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29.10.02 / np |
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London Electricity l cum dancing l nhs046 l dnb l
Ich mag, wenn Menschen etwas zu sagen haben.
Teilen sie es durch Musik mit, schätze ich es
um so mehr, wenn sie den ihnen zur Verfügung stehenden
Platz auch ausnutzen. Veröffentlicht doch alle
bitte erst, wenn es auch zu einer guten B- Seite
reicht- Marketingstrategien mal außer Acht gelassen...!
Wie dies aussehen kann, zeigen uns die beiden
Hospital-
Labelbetreiber mit ihrer aktuellen Veröffentlichung.
Ich habe schon länger nicht mehr so dankbar 18
DM für Vinyl gezahlt.
Schillernd, pastellig und seifenblasig rollt
cum dancing vorwärts und vorwärts, nur
um sich nach einem angetäuschten Bassbreakdown
weiter selbst zu feiern. Hört rein, wenn ihr Tracks
wie Casino Royale oder Shimon`s Hush Hush vom
letzten Jahr mögt.
Down low auf der anderen Seite wartet
mit mächtig entspanntem Männergesang auf. Jazzige
Harmonien, kleine feine perkussive Einschübe,
ein tiefer pushender Bass- ich kannte auch diese
Nummer schon von Parties und war auf`s Angenehmste
überrascht, sie auf einer vermeintlichen „Rückseite“
entdecken zu dürfen. Hut ab, Jungs!
Meine Forderung: Value for money- all others shut
up, please.
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7.10.02 / np |
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Funk `n `Flex l feel the love l Defunked012 l DnB l
Grooven und den Körper biegen- hier ist der Produzentenname
Programm. Nach einem kleinen Hänger und ein paar
kitschig zugekleisterten Veröffentlichungen hat
mich dieser Wurf wieder überzeugt: grundpositive
Stimmung auf beiden Seiten, kleine effektive Filter-
Gimmicks und mehrstimmige, sanfte Soulvocals eingebettet
in organische Orgel-/ Bläser- und Gitarrenklänge-
wie könnte der Herbst schöner über uns einbrechen...!
Feel the love ist hierbei der offensichtliche
Partyhit, dessen Bass- und Beatgerüst schon etwas
mehr Schub als das der Flipside hat. Zu den auf
schmalem Kitschgrad wankenden schönen Stimmen
gesellt sich eine Brasil- angelehnte Gitarre,
die ihre europäische Herkunft jedoch nicht verleugnen
kann. Macht aber auch gar nichts, da der Song
jede Party burnt, es sei denn, Du spielst vor
Kriegsversehrten, in Seniorenresidenzen oder der
Dancefloor liegt auf Mainzer Grund und Boden.
Flow with me ist für mich der perfekte
Late- Night- Tune. Durch den flächigen Hintergrund
und das ausgedehnte Arrangement läßt sich perfekt
mit Klängen von heute in seliger DnB- Vergangenheit
schwelgen.
Zeit, an den Tresen zu schleichen, um mit zwei
Gläsern Rotwein endlich die Frau anzusprechen,
von der Du bereits den gesamten Abend den Blick
nicht abwenden kannst. Es ist Deine Nacht.
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Special Forces l miracle l Photek Rec.#5 l DnB l
Die etwas andere Kritik zur etwas anderen Platte.
Sinnlos, hier die Zutaten wie aus einem Kochbuch
vorzutragen- hey, dies ist eine Photek- Produktion,
dies ist Drum `n Bass für Erwachsene, dies ist
eine der ganz wenigen Platten dieses Genres, die
überraschende Momente für mich bereithielt, als
ich schon nicht mehr damit rechnete: das Männervocal
im Titeltrack, das anders als reif zu bezeichnen
ich mich nicht in der Lage sehe zum Beispiel.
Höhepunkt auf dieser Seite ist ein Sound, der
sich mitten im Lied schon mal leise von hinten
anschleicht, bloß um nach dem Hauptbreak funkensprühenden
Splitterbomben gleich über dem Bass in alle Richtungen
auszuteilen.
Extrem nice und sackfrech auch der Break auf what
i need- eine gute Minute durchgetretene 4/4-
Bassdrum, ohne auch nur eine Sekunde langweilig
zu werden. Keine billig überzogenen Jump- Up-
Wirbel, stattdessen ein Hoch dem Stilproletentum!
Königlich bei allem die Auswahl und Harmonie der
Sounds und die Räumlichkeit der Produktion.
Dieses Lob gilt eingeschränkt auch für die zeitgleich
erschienene Nachfolgemaxi #6, deren Grundtenor
ein gemeinerer ist. Rupert Parkes knallt hier
dem Volk ein merkwürdiges Ravemonster babylonischen
Ausmaßes hin, das so erstmal verdaut werden muß,
serviert aber auf der anderen Seite sehr feine
Bassmodulationen, ein schwindelerregendes Break
und wieder völlig unerwartete Robert Owen- Vocals
im Track the end.
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Soul:ution l Soul:R l Compilation
Die in einigen Wochen auf Marcus Intalex Label Soul:R
erscheinende LP namens Soul:ution wird einiges bewegen.
Marcus Intalex hat etwas geschafft was meiner Meinung
aeussert selten im oft so eingefahrenen dnb Geschehen
ist, er hat eine Label-Compilation zusammengestellt
die nur so vor grandiosen Tracks strotzt.
Die Artists die dies ermoeglichten sind auch nicht
irgendwelche: Calibre, Sonic, Dj Marky & XRS, Mist:I:CMist:I:Cal
um nur einige zu nennen, bewisen eine Musikalität
und deepness in ihren Stuecken die man sonst vergebens
sucht. Wer jetzt denkt ok eine platte für die couch
und nicht den tanzboden liegt falsch.
DieTtracks sind allesamt so druckvoll und funky
das es einem schon bei zimmerlautstaerke schwerfaellt
still sitzen zu bleiben. Das dieses Label einiges
bewegen wird war nach den ersten beiden Singles
schon deutlich nun ist es klar Soul:R hat mit dieser
Compilation einen neuen masstab gesetzt. Musikalisch
den Tanzboden rocken ohne in Stumpfsinn zu verfallen.
Nun muss es nur noch jemand spielen und dnb hat
zu unrecht den Status den es im moment innehat.
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18.9.02 / pk |
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One:Soul „Spend the night rmxs.“ l Hardedged 10 l DnB
Welcher Teufel auch immer die hard:edged- Jungs
geritten haben muss, von dieser Maxi zuerst nur
300 Stück zu pressen, wird wohl ihr Geheimnis
bleiben. Obwohl die #11(Pentagon aus Tokyo, sehr
nett) und #12 bereits unter`s Volk gebracht werden,
wurde nun Wochen später nachgepresst. Zum Remixjob
am Original des Berliner Künstlers One:Soul
traten Total Science und Kabuki
an. Wider Erwarten gehen alle Punkte klar an den
Frankfurter Precision- Crewman Kabuki, dessen
Version durch einen extrem klaren und funktionalen
Aufbau besticht..
„Come, spend the night, please!“ fordert eine
Frauenstimme über einem klinisch- sauberen Beat
mit schnörkellosen Breaks. Das sehr entspannte
Rhodes- Chords- Intro wird von primär zwei tragenden,
sich herrlich ergänzenden, Sounds abgelöst. Ein
dritter Sound spielt zum Break ravige angenehme
stabs und darf auch danach den Song stimmungsvoll
zu Ende führen. Ergänzt wird das Soundgeschehen
durch einen unaufdringlichen, fröhlichen Gute-
Laune- Bass.
Total Science, breakreich wie gewohnt, legen komischerweise
alle Untugenden an den Tag, die ich an einem Großteil
deutscher Produktionen nicht mag und prügeln sich
unmotiviert und herzlos in die Auslaufrille. Wem`s
gefällt.... Ich wähle die Sonnenseite !
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KOOP Waltz for Koop (Patife rmx.) l Stimulus 04 l DnB
...und wieder ein unerwarteter Angriff eines
unserer drei Lieblingsbrasilianer. Wie schon beim
gelungenen „Sunshine Anderson rmx“ gilt es auch
hier, sehr schnell zu sein. Der ersten Auslieferung
mit 50 Exemplaren bundesweit folgt nun ein kleiner
Nachschlag. Für 30,- DM gibt es zumindest bei
meiner Kopie zweimal die Vocal- Seite und entgegen
der Beschriftung keine Dub- Version, na ja...!
Dafür ist der Track wesentlich besser als Patife`s
langweiliger und überbewerteter US 3- rmx des
letzten Monats.
Definitiv ein Partytrack mit kickendem Beat und
treibendem Kontrabass, dem jedoch eine nachdenkliche
Grundstimmung innewohnt: zusammengehalten von
süßen Plastik- Streichern und einer kleinen, swingenden
Pianomelodie liegt eine geisterhafte Engelsstimme
über dem Track, der es aber gelingt, etwas bessere
Laune zu verbreiten als ähnlich eingesetzte Vocals
wie bei Klute`s „Song Seller“ oder Abstract`s
„Second Thoughts“.
Angesichts des überraschenden Herbsteinbruchs
hätte ich jedoch gar nichts dagegen, wenn DJ Patife
sich bei seinen Remixen mal wieder auf das Ausgangsmaterial
besinnen würde, das 2001 zu seinem bilderbuchartigen
Durchbruch geführt hat, nämlich der brasilianischen
Folklore. Dankeschön.
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